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Das Stratum corneum (SC), das uns als oberste Hautschicht vor den potenziellen Schädigungen durch die Umwelt schützt, kann in der hier beschriebenen Methode der Hautoberflächenbiopsie mikroskopisch untersucht werden. Im Gegensatz zu konventionellen mikroskopischen Untersuchungen ist an dieser Methode neu, dass sie eine horizontale Dimension der Betrachtung ermöglicht und darüber hinaus das Stratum corneum nicht verletzt wird.
Die Hautoberflächenbiopsie (skin surface biopsy technique, SSB) beruht auf der Verwendung von schnell bindenden Cyanoacrylat-Klebstoffen zur Entfernung einer dünnen Schicht des Stratum corneums. Einige dieser Klebstoffe wie Methyl-, Ethyl- und Octylacrylate sind für diesen Zweck eingesetzt worden. Bei leichtem Druck und Feuchtigkeit polymerisieren sie schnell und bilden ein sehr starkes, optisch transparentes Band. In der Praxis wird ein Tropfen des Klebers auf einen Objektträger aus Glas gegeben und dieser auf die Hautstelle aufgedrückt (siehe Abbildung). Nach ca. 20 Sekunden wird der Objektträger von der Haut "abgerollt", und somit eine intakte Schicht des Stratum corneum, die 2 oder 3 Zellen dick sein kann, entnommen. Das Stratum corneum bleibt dabei unverletzt und wird auf dem Objektträger genauso dargestellt wie es in vivo vorkommt. Polymerisierte Cyanoacrylat-Klebstoffe haben ähnliche optische Eigenschaften wie Glas, daher können die entnommenen SC-Proben mittels Lichtmikroskopie leicht untersucht werden. Die Entnahme solcher Hautbiopsien ist nahezu schmerzfrei. Der Klebstoff ist offenbar nicht toxisch und wird bei Entnahme der Hautproben vollständig entfernt. Hautoberflächenbiopsien an Armen, Beinen oder einigen Stellen des Oberkörpers zeigen ein charakteristisches geometrisches Muster auf, das in einer Reihe von Rhomboiden angeordnet ist. Diese Rhomboide werden enger, wenn die Haut gedehnt wird. Bei den entnommenen Hautoberflächen sind große Unterschiede hinsichtlich der verschiedenen Körperregionen festzustellen. Bei Handinnenflächen und Fußsohlen werden hauttypische Erhebungen und Vertiefungen beobachtet, die den typisch unverwechselbaren "Fingerabdruck" entstehen lassen. "Die SSB-Methode ermöglicht eine detaillierte Untersuchung des Stratum corneums, so wie es in vivo existiert. Detaillierte mikroskopische Untersuchungen einerseits sowie die Analyse ihrer Inhalte andererseits machen sie zu einer einzigartigen Methode, die zahlreiche Anwendungen in Diagnostik und Forschung erlaubt." Eine ausführliche Darstellung dieses Berichtes mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen ist in der englischen Ausgabe von Skin Care Forum Nummer 26 nachzulesen. Autor Professor Ronald Marks FRCP FRCPath
Professor Ronald Marks ist emeritierter Professor am College of Medicine der Universität Wales in England. Neben seiner Tätigkeit als klinischer Professor der School of Medicine der University of Miami in Florida ist das dermatologische Institut Skin Care Cardiff Ltd. in Südwales in England ein weiterer Standort seiner Aktivitäten. Er hat zahlreiche Bücher und Publikationen verfasst und ist Autor/Co-Autor von über 35 Büchern und Artikeln in wissenschaftlichen und medizinischen Fachzeitschriften. Er war Organisator verschiedener internationaler Symposien und Herausgeber/Mitherausgeber von verschiedenen dermatologischen Journalen. Erst kürzlich fungierte er als Vorsitzender der wissenschaftlichen Komittees des erfolgreich organisierten Kongresses Stratum Corneum III (Basel, September 2001). nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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