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Marktbericht   Anti-Aging-Hautpflegeprodukte: Neuste Entwicklungen   Imogen Matthews


Im vergangenen Jahrzehnt ist der Fokus auf Anti-Aging-Hautpflegeprodukte immer intensiver geworden. Der Wettbewerb zwischen den größten Marken, neuen Technologien und neueren Inhaltsstoffen sowie ein weltweiter Anstieg der "Babyboomers", jenen nach dem zweiten Weltkrieg geborenen Konsumenten, hat zu den Entwicklungen innerhalb dieser Kategorie beigetragen.

Um sich eine Vorstellung vom Umfang dieses potenziellen Marktes zu machen: es sind ca. 78 Millionen Verbraucher im Alter von 35-54 Jahren, die in den USA leben und 31 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese Personen haben keine Absicht, sich vom Alter einholen zu lassen, denn schließlich handelt es sich bei ihnen um die Rock'n'Roll-Generation, die sich nun für alternative Therapien und Anti-Aging-Produkte interessiert. Darüber hinaus haben sie ein verfügbares Einkommen, werden aber ihr Geld nur dann ausgeben, wenn die Produkte, die sie erwerben, auch Resultate produzieren.

Anti-Aging-Hautpflege ist zum ersten Mal in den späten Achtzigern erschienen, mit Marken wie Capture von Dior - eine Creme mit dem ersten Liposomen-Transportsystem überhaupt.

David Jago, Marktanalyst bei Mintel, beschreibt die Veränderung in der Art der Annäherung an dieses Thema, die seither stattgefunden hat. "Heute werden wissenschaftliche Eigenschaften, Inhaltsstoffe und Produktwirkungen auf der Verpackung deutlich vermittelt. In den späten Achtzigern gab es einige Produkte, von denen behauptet wurde, dass sie die Haut kräftigen und straffen, feine Linien entfernen usw., die funktionalen Wirkstoffe dieser Produkte wurden im allgemeinen jedoch nicht offenbart. Heute werden die spezifischen Hautpflegewirkstoffe und ihre Wirkungen häufig von der Verbraucherpresse mitgeteilt - der Konsument ist somit besser informiert."

Das Ergebnis ist eine Hautpflegekategorie mit der größten Anzahl von Produkten für eine spezifische Altersgruppe oder altersspezifische Bedürfnisse. In dem Maße, in dem Frauen ihre alternde Haut jünger aussehen lassen oder ihre jüngere Haut gesünder erscheinen lassen möchten, haben die Kosmetikunternehmen eine Reihe von für diese Bedürfnisse bestimmte Produkte entwickelt.

Seit den frühen Neunzigern ist im Bereich Wirkstoffe für die Anti-Aging-Hautpflege intensiv geforscht worden. Der Durchbruch gelang mit Alphahydroxysäure (AHAs), dem ersten Wirkstoff, der einen wesentlichen Unterschied ausmachte. Sally Penford vom britischen International Dermal Institute (einer Weiterbildungsstätte für Therapeuten), kommentiert: "Das Interesse der Frauen wurde geweckt, sich über kosmetische Chirurgie, Glycolsäurepeelings und Laserbehandlungen Gedanken zu machen. Es gibt noch eine Menge Dinge, die wir nicht wissen, aber uns ist bewußt, dass wir die Gesundheit unserer Haut beeinflussen können."

Beispiel für ein Anti-Aging-Produkt mit Vitamin C
Fotos: Cellex-C International Inc.

Die andere große Revolution im Bereich Anti-Aging-Hautpflege, so Penford, sei dem Einsatz von Vitaminen zu verdanken. "Die Antioxidantien A, C und E sowie die B-Vitamine und essentiellen Fettsäuren spielen eine spezielle Rolle im Schutz vor vorzeitiger Alterung. Allerdings produzieren sie keine Wunderkuren, können aber den Hautzustand aufrecht erhalten, schützen und positiv beeinflussen."

Die zunehmenden Hinweise, die die Rolle dieser Wirkstoffe in der Anti-Aging-Hautpflege unterstützen, bewirken ein Umdenken der medizinischen Gemeinschaft zur Einstellung gegenüber alternder Haut. Einst als nicht aufzuhaltende Naturkraft angesehen, wird der Zustand alternder Haut nun verstärkt als verhinderbar angesehen. Ärzte haben ausreichend positive Tests durchgeführt, um ihren Patienten spezifische Anti-Aging-Produkte zu empfehlen, und zahlreiche Dermatologen, besonders in den USA, machen davon in ihren Behandlungen regelmäßig Gebrauch.

Die Erforschung der Wirkstoffe, wie z.B. Vitamin C, geht in die achtziger Jahre zurück. Beispielsweise war das Konzept der topischen Anwendung von Vitamin C ein Ergebnis von Forschungsarbeiten, die Mitte der achtziger Jahre von zwei amerikanischen Wissenschaftlern, Meisner und Schnitsky, durchgeführt wurden. Bei der Untersuchung von Diabetes und Bindegewebserkrankungen verifizierten sie die wesentliche Rolle eines spezifischen Vitamin-C-Typs (L-Ascorbinsäure) zur Aufrechterhaltung von jugendlicher Glätte und Elastizität der Haut.

Weiterhin identifizierten sie zwei wichtige chemische "Helfer", die Hilfestellung dabei leisten, Vitamin C durch die Haut zu transportieren. Diese Entdeckung wurde patentiert, und die davon abgeleiteten Formulierungen führten zu der Entwicklung der Anti-Aging-Produkte Cellex-C, die als Pioniere in der weltweiten Vitamin-C-Hautpflegeindustrie der neunziger Jahre galten (siehe Fotos oben).

Neue Produkte auf dem Markt mit reinem, konzentrierten Vitamin C sind Produkte wie Synergie STOP von Laboratoires Garnier, das mit einer Kombination von Vitamin C und reinem Retinol formuliert ist. Bisher war es extrem schwierig, Retinol und Vitamin E zusammen in einer stabilen Rezeptur zu formulieren, da beide Inhaltsstoffe bei Exposition an die Luft schnell oxidieren und inaktiv werden. Wissenschaftler von L'Oréal haben eine Triple-Phasenemulsion, oder Wasser-in-Öl-in-Wasser-Emulsion entwickelt, in der beide Wirkstoffe kombiniert werden können.

Die Anwendung von Retinol, oder Vitamin A, das in der Haut auf natürliche Weise vorkommt, ist heute in Anti-Aging-Formulierungen weit verbreitet. Retinol spielt eine bedeutende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Hautglätte und in der Reduktion von feinen Linien, indem es die natürlichen biologischen Prozesse der Zellerneuerung stimuliert. Allerdings nehmen die im Körper produzierten Vitamin-A-Konzentrationen stets ab, da die Haut altert und wiederholt schädlichen UV-Strahlen ausgesetzt ist. Alternde Haut erneuert sich selbst langsamer, und die Epidermis wird allmählich dünner.

Großes Interesse bestand darüber hinaus an den antioxidativen Wirkungen von Traubensamen, wo ursprünglich von der französischen Firma Caudalie Pionierarbeit geleistet wurde. L'Oréal hat ebenfalls die günstigen Wirkungen der Trauben für seine Produktreihe Lancôme Vinéfit ausgeschöpft und erst kürzlich für Plénitude Activ Futur. Polyphenole aus Trauben sind natürliche Zusammensetzungen, die aus weißem Traubensamenextrakt gewonnen werden, von denen starke antioxidative Wirkungen gezeigt wurden. Sie schützen die Haut vor dem Angriff einer großen Reihe freier Radikale und helfen dabei, den Feuchtigkeitshaushalt der Haut aufrecht zu erhalten. Die biologischen Eigenschaften der Traubenpolyphenole haben den Effekt, dass sie einem Enzym, das für die mit dem Alter immer größer werdenden Austrocknung der Haut verantwortlich ist, signifikant entgegen wirken.

Das Wissen der Wissenschaftler über die verschiedenen Typen der Alterung bedeutet, dass sie in der Lage sind, Anti-Aging-Produkte zu entwickeln, die auf die Symptome des Alterns genauer abgestimmt sind. Man geht davon aus, dass 90 Prozent der Hautschäden durch externe, umweltbedingte Faktoren verursacht werden. Dies schließt Exposition ans Rauchen, Wind, Luftverschmutzung, Chemikalien, und - von größter Bedeutung - UV-Strahlen ein. Freie Radikale oder Oxidantien werden im Körper natürlich gebildet als Reaktion auf Angriffe durch externe, umweltbedingte Faktoren wie UVA- und UVB-Strahlen, Abgase, Zigarettenrauch sowie interne Faktoren wie Streß und Müdigkeit. Als Konsequenz dieser Angriffe ist eine Beschleunigung des Hautalterungsprozesses, mit einem Verlust in Ausstrahlung, Elastizität und Tonus.

Sally Penford kommentiert: "Menschen, die in den keltischen Ländern leben und weniger der Sonne ausgesetzt sind, haben weniger Hautschäden. Dennoch finden in den frühen Lebensjahren viele Schädigungen statt, und die Leute sehen die Ergebnisse erst, wenn sie vierzig oder fünfzig sind."

Glücklicherweise ermöglichen es die wissenschaftlichen Fortschritte in der Hautpflege und das zunehmende Wissen über die Physiologie der Haut später im Leben auftretende Hautschäden zu verhindern und sogar zu reparieren. Dr. Daniel Maes, Vize-President R&D bei Estée Lauder, argumentiert wie folgt: "Zahlreiche Studien sind durchgeführt worden, die zeigen, dass das Einsetzen der Alterung durch Schutz der Haut verzögert werden kann. Vor sieben Jahren beteiligte Estée Lauder sich an der SUVIMAX-Studie in Frankreich, die zeigte, daß die Anwendung von Antioxidantien auf der Haut den Altersprozess verlangsamt. Es ist also möglich, Linien zu reduzieren und die Festigkeit zu verbessern, aber wir können die Haut nicht so bewahren wie sie war, als wir jung waren. Mit Hilfe der Technologie können wir Falten um 50 Prozent reduzieren, aber wir werden sie niemals um 100 Prozent reduzieren können."

Der Grund hierfür ist, daß wir aufgrund der chronologischen Alterung der Haut hier keinen Einfluss haben. Interne, chronologische Hautalterung ist im wesentlichen eine Konsequenz aus der Genetik und betrifft unsere Haut am gesamten Körper.

Estée Lauder hat kürzlich Forschungen abgeschlossen, in denen es darum ging, mehr über Zellenergie zu erfahren und ein Produkt namens LightSource gestartet, das die Symptome, die durch eine Depletion von Energie entstehen, anspricht. Dr. Maes gibt folgende Erklärung: "Wir haben Hautproben entnommen und herausgefunden, dass die Hautdicke schon ab dem Alter von 20 abnimmt. Biologisch gesehen verlieren die Zellen auch ihre Fähigkeit, sich selbst vor der Umwelt zu schützen, wenn sie ihre Zellenergie verlieren." Er vergleicht diesen Energieverlust mit dem einer Batterie, die nicht mehr so gut leuchtet und aufgeladen werden muß.

(Fotos: Estée Lauder)


LightSource ist wahrscheinlich das bedeutendste hochentwickelte Anti-Aging-Produkt von Estée Lauder, das derzeit verfügbar ist. Es schützt die Zellen mittels Antioxidantien, Sonnenschutz- und hautenergisierender Technologie. Es wird beschrieben als Hautnährcreme der nächsten Generation, die der Haut ermöglicht, eine Rohstoffquelle bioverfügbarer Mikronährstoffe anzuzapfen. Diese essentiellen Spurenmineralien sind mit Aminosäuren kombiniert und führen zu einem Anstieg der Zellenergie. Dr. Maes kommentiert: "Es ist eine sehr aufregende Zeit für das Verständnis unserer Haut. Unsere Forschung zeigt, dass selbst jüngere Haut besser geschützt werden könnte."

Dr. Maes glaubt, dass Hautzellen sich über die Zeit ihrer Umwelt angepaßt haben und sich einen Mechanismus zum Selbstschutz geschaffen haben. "Aber der Anstieg der Luftverschmutzung hat so rapide stattgefunden, dass sie damit nicht fertig werden. Es wird Generationen dauern, bis eine Korrektur stattfinden kann. Daher konzentriert sich unser letzter Gedanke und Forschung auf die Entwicklung eines Hautschutzes nicht aufgrund eines einfachen Sonnenschutzfaktors (LSF), sondern auf die Zellen selbst."

Die Fortschritte, die in der Anti-Aging-Technologie im letzten Jahrzehnt gemacht wurden, sind erstaunlich und zeigen noch keine Anzeichen für eine nachlassende Entwicklung. Wir können sicher sein, dass es noch zahlreiche aufregende Fortschritte in der zukünftigen Hautpflegetechnologie geben wird.


Autor

Imogen Matthews



Imogen Matthews ist eine führende Expertin in der britischen Kosmetik-, Duft- und Toilettenartikelindustrie. Sie ist Fachjournalistin und Beraterin für Marktforschungsinstitute und schreibt regelmäßig für die Fachjournale Esprit, International Cosmetique News und Beauty Business News. Ein weiteres Spezialgebiet für Kunden aus der Schönheitsindustrie sind die Bereiche Marktforschung und PR.

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Tel: 01865 764918
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