Zu den wesentlichen Aufgaben der Haut gehört ihre Sinnesfunktion und ihre
Fähigkeit zur Kommunikation mit der Umwelt. Mechanische und thermische Reize
sowie Schmerzreize werden von einer Reihe von Rezeptoren, die die Haut insgesamt
zu einem Sinnesorgan machen, wahrgenommen. Durch Erröten, Erblassen und anderen,
von vegetativen Nervenfasern gesteuerten Äußerungen wird die Haut zu
einem Organ für Mitteilungen des vegetativen Nervensystems, zu einem Kommunikationsorgan.
Die Sensoren bzw. Rezeptoren der Haut umfassen die Vater-Pacinische-Körperchen,
Meissnersche Tastkörperchen, intraepitheliale Nervenendigungen, Ruffinische
Körperchen sowie Krause Körperchen (siehe Abbildung von links nach rechts).
Die Vater-Pacinische-Körperchen sind ovale Gebilde. Sie sind die größten
Lamellenkörperchen unter den nervösen Endorganen der Haut. Durch ihre
hohe Sensibilität nehmen die Körperchen geringste Erschütterungen
wahr. Sie sind nicht nur Druck- bzw. Dehnungsrezeptoren, sondern vor allem auch
Rezeptoren von Vibrationen und Erschütterungen. Sie werden durch Deformierung,
Zug oder durch Entlastung erregt, und bei anhaltendem Druck schalten sie sich
aus. Sie haben eine Länge von bis zu 4 mm und einen Durchschnitt von ca.
2 mm. Ihr Aufbau ist zwiebelschalenartig. Im Durchschnitt findet man 20-40 geschichtete
Lamellen, zwischen ihnen befinden sich flüssigkeitsgefüllte Räume.
Die Meissnerschen Tastkörperchen oder Tastscheiben sind Rezeptoren für
Berührungsempfindungen. Sie liegen unter der Epidermis in den Papillen der
unbehaarten Haut und sind lang-ovale zapfenförmige Tastkörperchen im
Korium. Sie bestehen aus quer aufgeschichteten keilförmigen Sinneszellen
und schraubig verlaufenden marklosen Nervenfasern.
Intraepitheliale Nervenendigungen sind sensible Nervenfasern aus der Haut, die
Wärme-, Kälte-, Schmerz-, Berühungs- sowie Druckempfindungen auslösen.
Die Ruffinischen Körperchen kommen im Corium und in der Subcutis vor, sind
aus langgestreckten, 0,25 - 1,5 mm langen Geflechten markloser Nervenfasern zusammen
gesetzt und werden für Dehnungsrezeptoren gehalten.
Krause Körperchen oder Endkolben sind kolbenförmige Mechanorezeptoren
mit knäuelartig verschlungenen Axonen, die von einer Kapsel umgeben sind.
Sie treten vor allem in der Mund- und Zungenschleimhaut auf.
Quelle: Leonhardt, H., Histologie, Zytologie und Mikroanatomie des Menschen, Band
3, Thieme 1990; Roche Lexikon Medizin, Hg. Urban & Schwarzenberg, 3. Auflage
1993.