Die Haut (Cutis) setzt sich aus zwei Schichten zusammen, der Oberhaut (Epidermis)
und der Lederhaut (Dermis, Corium). Der äußerlich sichtbare Teil
der Epidermis ist die Hornschicht, das Stratum corneum. Sie besteht aus
etwa zwanzig Lagen ziegelsteinartig dicht aufeinander gepackter Hornzellen,
die mit den Nachbarzellen verzahnt sind. Sie werden von abgestorbenen Zellen
gebildet, die in Keratin (Protein) umgewandelt werden. Diese Zellen enthalten
keine Zellorganellen.
Die Aufgabe der Hornschicht ist es, die lebenden Hautschichten durch diese
zahlreichen Lagen flacher, abgestorbener ("verhornter") Zellen,
die an der Hautoberfläche als Hornschüppchen abschilfern, zu schützen.
Diesen Vorgang des Abstossens von Zellen der obersten Schicht als Schuppen
nennt man auch Desquamation.
Die Hornzellen, die in dieser Schicht etwa 30 µm lang und 0,5 µm
dick sind, verbacken mit den Hornsubstanzen (Keratin) zu Platten. Diese
werden schliesslich als Hornschuppen abgestossen. Während ihrer Wanderung
zur Hautoberfläche hin verändern die Zellen allmählich ihre
Gestalt. Dies nennt man auch Differenzierung. In unserer Abbildung wird
dieser Vorgang der Differenzierung in verschiedenen Phasen dargestellt (siehe
1-4).
Die Oberhaut besteht aus vier Zellschichten. Die Zellen der Oberhaut durchwandern
diese Schichten während einer Lebensdauer von ungefähr vier Wochen.
Die Zellen entstehen durch Zellteilung in der untersten Schicht der Unterhaut,
der Basalzellenschicht (1). Die Zellen verändern ihre Form, während
sie zur Hautoberfläche wandern. Sie verflachen beim Aufsteigen in den Hautschichten
(2). In der Stachelzellschicht oberhalb der Basalzellenschicht liegen große
Zellen mit "stachelförmigen" Fortsätzen. In der darüber
liegenden Körnerzellschicht werden die Zellen kleiner (3), sterben allmählich
ab und werden abgestossen (4).