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Die menschliche Haut ist das größte Organ des Menschen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, eine Grenze zwischen der Innen- und der Aussenwelt darzustellen und somit den Körper vor Einflüssen aus der Umwelt zu schützen. Sie schützt den Körper vor Austrocknung, Überhitzung und dem Eindringen unerwünschter Keime. Die Haut ist mit der Psyche eng verbunden; sie nimmt durch Hautsinnesorgane Berührungsreize auf und reagiert auf Druck und Temperatur. In unserer schematischen Darstellung der Haut werden die wichtigsten Hautfunktionen dargestellt. Die Haut ist in erster Linie als Schutzorgan aufgebaut und weist einen eigenständigen Stoffwechsel auf. Die Haut reagiert sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse, unterschiedliche Temperaturen, Kälteeinwirkung (siehe Zeichnung (1)) und Sonneneinstrahlung (2), die zur Schweissbildung führen (Schweissfläche mit Stoffwechselprodukten der Bakterien (3)). Unsere Darstellung der Haut zeigt die vier Hautkompartimente und Penetrationswege. Die äußere Schicht ist die Epidermis mit den Keratinozyten und den Hornzellen, die die Oberfläche darstellen. Darunter liegt die Basalmembran zwischen Dermis und Epidermis, die durch Kollagenstrukturen mit der Dermis verbunden ist. Unter der Basalmembran befindet sich die Dermis, die Nervenendigungen, Lymphgefäße und Kapillaren des Blutgefäßsystems. Die Hypodermis ist die innerste Hautschicht unter den Haarpapillen und besteht aus Binde- und Fettgewebe. Sie ist für die Wärmeregulation zuständig. Eine weitere wesentliche Aufgabe der Haut ist somit die Temperaturregulierung. Durch Erweiterung oder Verengung der Blutgefäße der Haut und durch Abgabe von Flüssigkeit über die Hautdrüsen beeinflusst die Haut die Körpertemperatur. Die Haut besitzt eine Barrierefunktion. Der pH-Wert, der intakter Haut zugeordnet wird, liegt bei 5,5. Dieser kommt durch körpereigene saure Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen zustande. Die Bedeutung dieser sauren Eigenschaft der Hautoberfläche drückt sich im sogenannten "Säureschutzmantel" aus. Dieser Säureschutzmantel oder Hydrolipidfilm spielt neben den keratinisierten Zellschichten der Epidermis für den Schutz der Haut eine wesentliche Rolle. Er wird vom Sekret der Talg- und Schweissdrüsen und den Hornschichtlipiden gebildet und liegt direkt auf der Hornschicht (Stratum Corneum), dem äußeren sichtbaren Teil der Epidermis. Er wirkt antimikrobiell und schützt die Haut vor alkalischen und sauren Substanzen. Wenn der Säureschutzmantel intakt ist, wird die bakterielle Zersetzung von Schweißbestandteilen niedrig gehalten. Die Hornschicht schützt vor penetrierenden Stoffen und mechanischen Einflüssen und verhindert den Wasser- und Elektrolytverlust des Organismus. Die Öffnungen, die durch Hautanhangsorgane wie Haare, Talg- und Schweissdrüsen gebildet werden, stellen weitere Penetrationswege dar. Die Sinnesfunktion und die Kommunikation mit der Umwelt gehören zu den weiteren wichtigen Aufgaben der Haut. Durch eine Reihe von Rezeptoren wie z.B. Wärme- und Kälterezeptoren oder intraepitheliale Nervenendigungen, die die Haut insgesamt zu einem Sinnesorgan machen, werden Reize wie Kälte, Wärme und Schmerz wahrgenommen. Weitere Sensoren sind Vater-Pacinische-Körperchen (zuständig für Erschütterungen), Meissnersche Tastkörperchen oder Tastscheiben (zuständig für Berührungsempfindungen, Ruffinische Körperchen (Dehnungsrezeptoren) und Krause Körperchen oder Endkolben (Mechanorezeptoren). Durch Erröten, Erblassen und anderen Äußerungen, die von vegetativen Nervenfasern gesteuert werden, wird die Haut zu einem Kommunikationsorgan, das mit dem vegetativen Nervensystem in enger Verbindung steht. Schließlich kommt der Haut eine Immunfunktion zu, da sie bei immunbiologischen Abwehrvorgängen eine Bedeutung hat. Quellen Helmut Leonhardt, Histologie, Zytologie und Mikroanatomie des Menschen, Band 3, Thieme, Stuttgart 1990; Peter T. Pugliese, Physiology of the Skin II, Allured Publishing Corporation 2001. nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||
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