Die menschliche Haut ist durch
ein komplexes Netzwerk von Nervenbahnen gekennzeichnet, das sich vom subkutanen
Fettgewebe durch das Corium bis zu den obersten lebenden Schichten der Epidermis
erstreckt. In unserer Abbildung, die einen schematischen Hautquerschnitt zeigt,
sind die Nerven weiss dargestellt.
Im mikroskopischen Ausschnitt der Abbildung
liegt unmittelbar unter der Basalmembran das lockere Gewebe der papillären
Dermis mit speziellen Nervenendigungen, den Lymphgefäßen und den Kapillaren
des dicht organisierten Blutgefäßsystems. Dieses dient der Versorgung
der gefäßfreien Epidermis, d.h. die Basalmembran wird im Gegensatz
zu den Nervenfasern nicht von den Gefäßen durchbrochen. Nur durch Spezialfärbungen
können die Verästelungen und Endungen des Nervengeflechts in der Epidermis
sichtbar gemacht werden.
Über eine Million Sinneskörperchen
sind in der menschlichen Haut verteilt. Wichtige Sensoren sind die Vater-Pacinische-Körperchen
im Subcutisbereich, die auf Erschütterungen reagieren und die Meissnersche
Tastkörperchen oder Tastscheiben an der epidermalen-dermalen Grenze, die
für Berührungsempfindungen zuständig sind. Weitere ausgebildete
Sinnesorgane im Bereich der Dermis sind die Ruffinischen Körperchen (Dehnungsrezeptoren)
sowie die Krause Körperchen oder Endkolben (Mechanorezeptoren). Intraepitheliale
Nervenendigungen sind sensible Nervenfasern in der Haut, die Wärme-, Kälte-,
Schmerz-, Berührungs- sowie Druckempfindungen auslösen.
Da die
Haut eine wichtige Funktion als Perzeptions- und Interaktionsorgan hat, stehen
die Nerven in der Haut in ständiger Kommunikation mit dem Gehirn und der
Umwelt. Diese wichtigen Strukturen der Haut können das Immunsystem regulieren
und an Hautenzündungen beteiligt sein. Die sensorischen oder zerebrospinalen
Nerven nehmen äußere und innere Hautreize wie Berührung, Spannung,
Schmerz, Wärme und Kälte wahr. Die autonomen oder vegetativen Nerven
kontrollieren die Gefäße, Hautanhangsorgane und die glatten Muskeln
zum Aufrichten der Haare.