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Kategorie   Titel    
         
Titelbilder   Die Alterung der menschlichen Haut    


Ein bekanntes Phänomen der Hautalterung ist die Linien- und Faltenbildung an lichtexponieren Stellen des Körpers wie z.B. Gesicht, Hals, Dekolleté und Händen. Es sind sowohl intrinsische als auch extrinsische Faktoren, die die Faltenbildung beeinflussen. Bei den intrinsischen Faktoren handelt es sich um Lebensalter, Geschlecht, Erbanlagen und Rasse. In exponierten und ungeschützten Hautarealen wie z.B. in der Haut der Hände und des Gesichts spielen darüber hinaus auch extrinsische Faktoren wie UV-Licht, Witterungs- und Klimaeinflüsse, Ernährung, Nikotin- und Alkoholmissbrauch bei der Entstehung von Falten und Linien eine entscheidende Rolle.

Mit zunehmendem Lebensalter verändern sich die Physiologie und das Erscheinungsbild der menschlichen Haut. Es kommt dabei zu einer veränderten Struktur, einem Verlust an Straffheit, Glätte und insgesamt zu einer abnehmenden Funktionalität der Haut. Erhöhte Trockenheit und damit einhergehend auch Rauigkeit sowie ein Verlust an Elastizität und an gleichmäßiger Pigmentierung sind weiterhin zu nennen. Es entstehen Falten der erschlafften Haut und es kommt zu einem Rückgang der subkutanen Fettpolster. Über den genauen Ablauf der Alterung der Haut auf biochemischer Ebene ist heute allerdings insgesamt nur relativ wenig bekannt. Die reifere Haut ist durch eine verminderte Barrierefunktion, verlangsamte Stoffwechselvorgänge in allen Zellen, stärkerem Feuchtigkeitsverlust sowie einer verminderten Talg- und Schweissdrüsenaktivität gekennzeichnet.

In erster Linie sind Veränderungen der Haut Ausdruck einer allgemeinen Alterung des Unterhautbindegewebes der Dermis. Es kommt zu einer Atrophie der an die Epidermis grenzenden Papillarschicht und zu einer ungleichmäßigen Verringerung der Elastizität der elastischen Netze, die als Begleitstrukturen der Kollagenfasern im Bindegewebe vorkommen. Als Resultat der Änderung der Menge und chemischen Beschaffenheit der Bindegewebsgrundsubstanz verarmt diese an Flüssigkeit, was zu einer Abnahme der Glykosaminoglykane, der Grundsubstanzen des Binde- und Stützgewebes und damit des jugendlichen Turgors, der Hautspannung, führt. Melanozyten lösen sich auf oder verlieren den engen Kontakt zu epidermalen Zellen und ergeben schließlich das Bild einer fleckigen Pigmentation.

Unsere Abbildung zeigt einen schematischen Querschnitt durch die Schichten der Haut, der Epidermis, auch Oberhaut oder Corium genannt und der Lederhaut (Dermis). Im Stratum corneum, dem äußerlich sichtbaren Teil der Epidermis (Hornschicht), verbacken Hornzellen und Hornsubstanzen zu Platten, die als Hornschuppen abgestossen werden.

In der Vergrößerung der Abbildung wird das dichte Geflecht der Kollagenfasern dargestellt, das für die Lederhaut charakteristisch ist. Dieses Fasernetz aus Kollagen, einem Eiweisskörper und Hauptbestandteil der interzellulären Stützsubstanzen, verleiht der Haut Reißfestigkeit und eine reversible Verformbarkeit. Die Lederhaut, in der sich die Blut- und Lymphgefäße, das Nervengeflecht, Bindegewebszellen sowie Zellen der Abwehr befinden, ist reich an Glykosaminoglykanen, die für die Wasserbindung zuständig sind. Die Bindegewebsfasern werden aus den Proteinen Kollagen und Elastin aufgebaut. Verschieden ausgerichtete Kollagenfaserbündel sorgen für die Spannung innerhalb des Bindegewebes.

Bei der jüngeren Haut ist ein komplexes Netzwerk, eine kreuzweise und spiralige Anordnung der Kollagenfasern erkennbar, das mit zunehmendem Alterungsprozess immer mehr an Dichte, Festigkeit und geordneter Ausrichtung verliert.

Die Epidermis, die über der Dermis liegende Oberhaut, und die Basalmembran, die Nahtstelle zwischen diesen beiden Hautabschnitten, sind von Alterungsvorgängen betroffen. In der Dermis, der tiefer gelegenen Lederhaut sind es vor allem Veränderungen in der Zusammensetzung der Matrixproteine, die für die Festigkeit und Elastizität der Haut verantwortlich sind.

Der Alterungsprozess der Haut ist ein komplexer Vorgang, der in der Kosmetikindustrie von besonderer Bedeutung ist. Falten und feine Linien, vor allem in der Gesichtshaut, sind ein zentrales Thema in der Dermokosmetik. Wirksame Produkte, die die Hautalterung verlangsamen, verzögern oder eine vorzeitige Hautalterung verhindern, müssen daher eine Wirkung auf alle relevanten Hautschichten ausüben. Bei durch Sonnenlicht verursachten Hautschäden kann eine Reihe von Antioxidantien zur Bekämpfung freier Radikale eingesetzt werden, die eine Schutzwirkung entfalten. Die Verwendung von Feuchthaltesubstanzen ist zentral in der Behandlung und Pflege der gealterten Haut.

Quelle: H. Leonhardt, Histologie, Zytologie und Mikroanatomie des Menschen, Band 3, 8. Auflage, Thieme 1990.

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