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Kategorie   Titel    
         
Titelbilder   Kollagene Faserbündel und ihre Bedeutung für die Hautalterung    


Die Haut ist flächenmäßig das größte, schwerste und funktionell vielseitigste Organ des menschlichen Körpers. Die wichtigsten Funktionen der Haut umfassen Regulations-, Schutz- und Immunfunktionen. Das Erscheinungsbild verändert sich mit zunehmendem Lebensalter. Ein Verlust an Elastizität, Straffheit, Glätte und Weichheit, eine abnehmende Funktionalität der Haut insgesamt sowie eine erhöhte Trockenheit und Rauigkeit der Hautoberfläche sind zu beobachten. Die Faltenbildung als Phänomen der Hautalterung ist ein komplexer Vorgang und stellt ein zentrales Thema in der kosmetischen Forschung und Produktentwicklung dar.

Kollagene Faserbündel sind für viele hauttypische Phänomene, wie z.B. die Hautfalten mit verantwortlich, weil sie das „Stützgerüst“ des Bindegewebes in der Lederhaut (Dermis) bilden. Fibroblasten, aktive Bindegewebszellen, liefern das Rohmaterial für kollagene, retikuläre und kollagene Fasern sowie die interzelluläre Grundsubstanz. Inaktive Bindegewebszellen heißen Fibrozyten, werden aber beispielsweise unter Bedingungen der Regeneration wieder aktiv.

Die Faserbildung selbst spielt sich extrazellulär ab. Die jüngsten, schon quergestreiften Mikrofibrillen, die optisch Bambusstangen ähnlich sind, treten jedoch unmittelbar an der Zelloberfläche der Fibroblasten in Erscheinung, wo die Polymerisation des Ausgangsmaterials zu fibrillären Bausteinen vor sich geht. Durch Einbau weiteren Rohmaterials, das in der umgebenden Grundsubstanz vorhanden sein muss, erfolgt dann – auch in einiger Entfernung vom Fibroblasten – das Wachstum der Mikrofibrillen, ihre Reifung bis zur Erreichung der typischen Periodenlänge und ihre weitere Bündelung zu definitiven kollagenen Fibrillen und Fasern.

Im Gegensatz zu den elastischen Fasern, die mehr netzartig im Bindegewebe angeordnet sind, ist die elastische Dehnbarkeit der kollagenen Fasern unbedeutend (< 5%; = hohes Elastizitätsmodul). Eine gewisse Dehnungsmöglichkeit kommt jedoch der Gesamtkonstruktion nach dem Scherengitterprinzip zu. Je nach der gewünschten Dehnbarkeit wird die Bindegewebsstruktur angelegt sein. Die größte Verschiebungsmöglichkeit besteht bei rechtwinkeliger Faserkreuzung, andererseits sind dort, wo stärkere Zugspannungen aufgefangen werden sollen, die kollagenen Fasersysteme vor allem in Richtung der Zugkräfte orientiert.

In unserer Abbildung werden die kollagenen Faserbündel, die altersbedingte Abnahme der Kollagenbildung, Fibroblasten sowie das Scherengitterprinzip der Kollagenfaserbündel schematisch dargestellt. Die Fibroblasten, dargestellt als Bindegewebszelle von spindelförmiger Gestalt, mit irregulär geformten Zellausläufern, produzieren das Rohmaterial, während die Faserbildung (kollagen, elastisch, retikulär) extrazellulär erfolgt. Bei Regeneration werden mehr kollagene als elastische Fasern nachgebildet.

Die Bindegewebsstruktur nach dem Scherengitterprinzip (siehe schematische Darstellung unten) sorgt für gleichmäßige Elastizität der Haut.

Ein altersbedingtes Nachlassen der Kollagenproduktion und eine Degradation der Kollagenbündel (siehe zwei Schaukästen in der Vergrößerung) stören die optimale Funktion des Scherengitterprinzips, führen zur ungleichmäßigen Elastizität und mindern die bindegewebige Unterstützung der Haut.

Quelle: Otto Bucher, Histologie und mikroskopische Anatomie des Menschen (3. Auflage, 1962) Medizinischer Verlag: Hans Huber, Bern, Stuttgart

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