Die menschliche Hand ist durch ihre Funktion und Beschaffenheit ein fast
unverzichtbares Hochleistungswerkzeug. Es wird alltäglich als komplexes Tast-
und Greiforgan im Haushalt, Garten und Beruf besonders beansprucht.
Die Haut der Hände unterscheidet sich deutlich von anderen Körperarealen.
Die Handinnenflächen haben ein besonders kräftiges, fett- und bindegewebsreiches
Unterhautfettgewebe, während die Haut des Handrückens, zwischen den
Fingern und Beugefalten aufgrund von geringer Fettgewebsausbildung (Subcutis)
besonders dünn ist. Hier ist die Haut vor äußeren Einflüssen
nicht so gut geschützt, und es kann zu einer Entfettung kommen. Betroffen
ist zunächst der Hydrolipidfilm (früher Säureschutzmantel). Er
ist weniger als 1 µm dick und wird vom Sekret der Talg-, Schweissdrüsen
und den Hornschichtlipiden (Kittsubstanz) gebildet. Je nach Schweissmenge entsteht
dabei eine Emulsion vom Typ Wasser in Öl (W/O) oder Öl in Wasser (O/W).
Der Hydrolipidfilm weist Puffereigenschaften gegen alkalische und saure Substanzen
auf und bildet die Basis der schwach sauren Reaktion der Hautoberfläche zwischen
pH 4,2 und 5,6.
Wird der Aufbau des Hydrolipidfilms gestört, trocknen die Hautoberflächen
unter Belastung sehr schnell aus. Barrierestörung, Kontaktekzeme und Allergiefolgen
können die Folge sein. Verschiedene Arten beruflicher Hauterkrankungen treten
daher in der Regel an Händen und den Unterarmen auf.
Die äußerste Hautschicht (Hydrolipidfilm, Hornschicht, Stratum corneum)
besitzt eine ausgeprägte Barrierefunktion und hat durch die Epidermis, der
äußersten Schicht der Haut, eine natürliche Schutzfunktion vor
mechanischer Beeinflussung wie z.B. Druck und Stößen, thermischer Beeinflussung
wie Hitze und Kälte, UV-Strahlung sowie chemischer oder bakterieller Einflüsse.
In unserer schematischen Abbildung wird die Struktur des Stratum corneum durch
das "Backstein-und-Mörtel"-Modell dargestellt. Backsteine symbolisieren
die aus hydratisiertem Keratin bestehenden verhornten Hautzellen (Korneozyten);
epidermale Lipide füllen wie Mörtel den Raum zwischen diesen abgestorbenen
Hautzellen (Keratinozyten).
In der Lupenansicht wird eine weitergehende Vergrößerung der Hornschicht
dargestellt. Bei gesunder Haut (links) ist dieses Gebilde intakt, bei strapazierter
Haut (rechts) liegt ein Ungleichgewicht des natürlichen Hautzustandes vor.
Die häufig tägliche Belastung der Hände erfolgt durch Waschen mit
Wasser und Seife, Kontakt mit Lösungsmitteln, Einwirkung von sauren und alkalischen
Substanzen, Wärme und Kälte und mechanische Belastung.
Die unterschiedlichen, exogenen Faktoren, die die intakte Hautoberfläche
und damit die Hautstruktur belasten können, sind in unserer Abbildung durch
Piktogramme veranschaulicht: mechanische Abnutzung; Wind und Wetter; Baden, Duschen,
Schwimmen; Chemikalien; Bakterien.
Bei starker Beanspruchung der Hände wird die Hautreinigung mit spezifischen
Produkten eine wichtige Rolle spielen. Um aber Ekzeme und allergische Reaktionen
zu verhindern, ist es empfehlenswert, bei besonders hautbelastenden Tätigkeiten
zusätzlich spezielle Hautschutzcremes und anschließend Pflegemittel
für die Hautregeneration anzuwenden.
Siehe auch:
1. Buchbesprechung von Wolfgang Pittermann, Alles über Hautschutz, Hautreinigung,
Hautpflege, Hrsg.: W. Dicke, I. Funk-Stendel, B. Marschner, F. Zuther in: Skin
Care Forum 41.
2. Joachim Kresken, Handschutz am Arbeitsplatz, Skin Care Forum 21.