Ausgabe 43 — September 2007
   

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Ausgabe 43        
         
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Titelbilder   Die menschliche Hand    

Die menschliche Hand ist durch ihre Funktion und Beschaffenheit ein fast unverzichtbares Hochleistungswerkzeug. Es wird alltäglich als komplexes Tast- und Greiforgan im Haushalt, Garten und Beruf besonders beansprucht.

Die Haut der Hände unterscheidet sich deutlich von anderen Körperarealen. Die Handinnenflächen haben ein besonders kräftiges, fett- und bindegewebsreiches Unterhautfettgewebe, während die Haut des Handrückens, zwischen den Fingern und Beugefalten aufgrund von geringer Fettgewebsausbildung (Subcutis) besonders dünn ist. Hier ist die Haut vor äußeren Einflüssen nicht so gut geschützt, und es kann zu einer Entfettung kommen. Betroffen ist zunächst der Hydrolipidfilm (früher Säureschutzmantel). Er ist weniger als 1 µm dick und wird vom Sekret der Talg-, Schweissdrüsen und den Hornschichtlipiden (Kittsubstanz) gebildet. Je nach Schweissmenge entsteht dabei eine Emulsion vom Typ Wasser in Öl (W/O) oder Öl in Wasser (O/W). Der Hydrolipidfilm weist Puffereigenschaften gegen alkalische und saure Substanzen auf und bildet die Basis der schwach sauren Reaktion der Hautoberfläche zwischen pH 4,2 und 5,6.

Wird der Aufbau des Hydrolipidfilms gestört, trocknen die Hautoberflächen unter Belastung sehr schnell aus. Barrierestörung, Kontaktekzeme und Allergiefolgen können die Folge sein. Verschiedene Arten beruflicher Hauterkrankungen treten daher in der Regel an Händen und den Unterarmen auf.

Die äußerste Hautschicht (Hydrolipidfilm, Hornschicht, Stratum corneum) besitzt eine ausgeprägte Barrierefunktion und hat durch die Epidermis, der äußersten Schicht der Haut, eine natürliche Schutzfunktion vor mechanischer Beeinflussung wie z.B. Druck und Stößen, thermischer Beeinflussung wie Hitze und Kälte, UV-Strahlung sowie chemischer oder bakterieller Einflüsse.

In unserer schematischen Abbildung wird die Struktur des Stratum corneum durch das "Backstein-und-Mörtel"-Modell dargestellt. Backsteine symbolisieren die aus hydratisiertem Keratin bestehenden verhornten Hautzellen (Korneozyten); epidermale Lipide füllen wie Mörtel den Raum zwischen diesen abgestorbenen Hautzellen (Keratinozyten).

In der Lupenansicht wird eine weitergehende Vergrößerung der Hornschicht dargestellt. Bei gesunder Haut (links) ist dieses Gebilde intakt, bei strapazierter Haut (rechts) liegt ein Ungleichgewicht des natürlichen Hautzustandes vor. Die häufig tägliche Belastung der Hände erfolgt durch Waschen mit Wasser und Seife, Kontakt mit Lösungsmitteln, Einwirkung von sauren und alkalischen Substanzen, Wärme und Kälte und mechanische Belastung.

Die unterschiedlichen, exogenen Faktoren, die die intakte Hautoberfläche und damit die Hautstruktur belasten können, sind in unserer Abbildung durch Piktogramme veranschaulicht: mechanische Abnutzung; Wind und Wetter; Baden, Duschen, Schwimmen; Chemikalien; Bakterien.

Bei starker Beanspruchung der Hände wird die Hautreinigung mit spezifischen Produkten eine wichtige Rolle spielen. Um aber Ekzeme und allergische Reaktionen zu verhindern, ist es empfehlenswert, bei besonders hautbelastenden Tätigkeiten zusätzlich spezielle Hautschutzcremes und anschließend Pflegemittel für die Hautregeneration anzuwenden.

Siehe auch:

1. Buchbesprechung von Wolfgang Pittermann, Alles über Hautschutz, Hautreinigung, Hautpflege, Hrsg.: W. Dicke, I. Funk-Stendel, B. Marschner, F. Zuther in: Skin Care Forum 41.

2. Joachim Kresken, Handschutz am Arbeitsplatz, Skin Care Forum 21.


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