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Es ist bekannt, dass die Haarstruktur durch Vorgänge wie Kämmen, Waschen und Bleichen geschädigt wird. Cupuaçu wurde von der Kosmetikindustrie für die Anwendung am Haar entdeckt und mit Werbeaussagen wie verbesserten Eigenschaften hinsichtlich Geschmeidigkeit, Glanz und Kämmbarkeit in Verbindung gebracht. Dafür gibt es zwei Gründe: Der moderne Konsument wendet natürliche Produkte aktuell bevorzugt an, und darüber hinaus ist ein Interesse an Produkten aus dem Amazonas auf dem globalen Markt für Kosmetik- und Körperpflegeartikel zu beobachten.
Eine Deposition von Öl am Haar wird mit einer positiven, schützenden Wirkung assoziiert. Pflegeprodukte auf Ölbasis zur Anwendung am Haar sollen dieses vor einem Feuchtigkeitsverlust schützen, der eine gewisse Trockenheit und einen Verlust an Elastizität bedingt. Um mit Pflegeprodukten eine breite Wirkung zu erzielen, ist eine Ölpenetration durch den Kortex wünschenswert, weil somit die mechanischen Eigenschaften des Haares verbessert werden. Allerdings wird der Feuchtigkeitsrückhalteeffekt des Öls von Ölrückständen an der Haaroberfläche dominiert. Daher muß ein Öl sowohl eine gute Depositionsfähigkeit auf der Haaroberfläche als auch eine Penetrationsfähigkeit in den Haarkortex aufweisen. Cupuaçu (Theobroma grandiflorum) ist ein Baum, der in den tropischen Regenwälden Süd- und Südostamazoniens vorkommt. Seine Frucht enhält ölige Samen, die - ähnlich wie bei Kakao - in einem weißen Fruchtfleisch eingebettet sind. Die Samen stellen 16 Prozent des Trockengewichts der Pflanze dar und haben einen Fettgehalt von ungefähr 60 Prozent. Da die Pflanze eine Ähnlichkeit mit Kakao aufweist, wurde sie von der Nahrungsmittelindustrie bereits weitgehend erforscht. In der Kosmetikindustrie wird Cupuaçu sowohl in Haar- als auch in Hautpflegeformulierungen genutzt. Die wichtigsten Werbeaussagen zu Haarprodukten mit Cupuaçu, sind - wie bereits erwähnt - eine verbesserte Feuchthaltefähigkeit, Geschmeidigkeit, Glanz und Kämmbarkeit. Ziel der hier vorliegenden Untersuchungen war es, den Rohstoff Cupuaçu als Basis für Haarprodukte und seine Eigenschaften hinsichtlich Feuchtigkeitszufuhr, Reißfestigkeit und Glanz zu bewerten. Es wurden drei verschiedene Cupuaçu-Produkte der Cognis Brasil Ltda. untersucht: Cupuaçu-Butter, hydrophylisierte Cupuaçu-Butter und Cupuaçu-Betain. Um die Wirkungen auf das Haar zu untersuchen, wurden die drei Produkte in Shampoo- und Pflegeformulierungen, die auf dem Haar verbleiben, eingearbeitet (siehe Tabelle 1 "Shampoo-Formulierungen" und Tabelle 2 "Leave-on Conditioner Formulierungen"). Um den Einfluss von Cupuaçu-Butter auf die Haareigenschaften festzustellen, wurden gebleichte Haarsträhnen mit Formulierungen - wie in Tabelle 2 dargestellt - behandelt. Sheabutter wurde als Vergleichssubstanz gewählt, weil diese weltweit in Haarpflegeprodukten eingesetzt wird. In einem zweiten Versuch wurde der Einfluss von hydrophilisierter Cupuaçu-Butter und Cupuaçu-Betain auf das Haar untersucht. Gebleichte Strähnen wurden mit Formulierungen aus Tabelle 1 behandelt und danach eine Leave-on Formulierung mit 3 Prozent Cupuaçu-Butter (FN6) auf jede Haarsträhne aufgebracht. Das Ergebnis zeigte, dass Cupuaçu-Butter einen deutlichen Einfluss auf den Rückhalteeffekt der Feuchtigkeit am Haar ausübt, der vergleichbar ist mit dem Effekt, der sonst mit Sheabutter erzielt wird. Darüber hinaus wurde ein positiver Einfluss der Cupuaçu-Produkte auch auf die mechanischen Haareigenschaften beobachtet. Die Reißfestigkeit von gebleichten Haarfasern, die mit Cupuaçu-Butter behandelt wurden, stieg um durchschnittlich 30 Prozent im Vergleich zu unbehandeltem gebleichtem Haar an. Bei Haar, das mit Cupuaçu-Produkten behandelt wurde, ergaben sich in Bezug auf Haarglanz keine signifikanten Unterschiede. In diesen Untersuchungen wurde beobachtet, dass Cupuaçu-Produkte, hauptsächlich Cupuaçu-Butter, eine positive Wirkung hinsichtlich der Reduktion des Feuchtigkeitsverlustes im Haar und auf die mechanischen Eigenschaften ausübt. Cupuaçu-Butter verbessert die Haareigenschaften, denn sie verfügt über eine gute Depositionsfähigkeit auf der Haaroberfläche einerseits und besitzt andererseits die Fähigkeit, den Haarkortex zu durchdringen. Bitte lesen Sie die ausführliche Version dieses Artikels in seiner Originalfassung auf der englischen Webseite von Skin Care Forum 44. Hinweis: Dieses Thema wurde während eines IFSCC-Kongresses (24th International Federation of Societies of Cosmetic Chemists) in Osaka, Japan (16.-19. Oktober 2006) als Poster präsentiert. Literatur: 1. Duke J. and Vasquez R., Amazonian Ethnobotanical Dictionary, CRC Press Inc, Boca Raton, F.L., 1994. 2. Rogez H., Buxant R., Mignolet E., Souza J., Silva E. and Larondelle Y., Chemical Composition of the Pulp of Three Typical Amazonian Fruits: Araça-boi (Eugenia stipitata), Bacuri (Platonia insignis) and Cupuaçu (Theobroma gradiflorum). Eur. Food Res. Technol. 218: 380-384, 2004. 3. Medeiros M. L., Ayrosa A. M. I. B., Pitombo R. N. M., Lannes S. C. S., Sorption Isotherms of Cocoa and Cupuaçu Products, J. Food Eng., 73: 402-406, 2006. 4. Robbins C. R., Chemical and Physical Behavior of Human Hair, Springer-Verlag, New York, 4th ed., 2002. 5. Draelos Z. D., The biology of hair care, Dermatol. Clinics, 18: 651-658, 2000. 6. Keis K., Persaud D., Kamath Y. K. and Rele A. S., Investigation of Penetration Abilities of various Oils into Human Hair Fibers, J. Cosmet. Sci., 56: 283-295, 2005. 7. Ruetsch S. B. and Kamath Y. K., Penetration of Cationic Conditioning Compounds into Hair Fibers, J. Cosmet. Sci., 56: 323-330, 2005. 8. Holt L. A., Cationic-anionic surfactant interactions on wool: implications for the conditioning of human hair, J. Soc. Cosmet. Chem., 42: 351-359, 1991. 9. Reich C. and Robbins C. R., Interactions of cationic and anionic surfactants on hair surfaces: Light-scattering and radiotracer studies, J. Soc. Cosmet. Chem., 44: 263-278, 1993. 10. Colombera K. M., Efeito de condicionadores comerciais nas propriedades mecânicas e nos processos de difusão de fibras capilares, Master Thesis, Chemistry Institute, UNICAMP, 2004. Autor Ana Carolina Santos Nogueira
Ana Carolina Nogueira, Chemieingenieurin, promoviert aktuell auf dem Gebiet der Erforschung des menschlichen Haars und hat ihre Tätigkeit bei Cognis in Brasilien im März 2005 aufgenommen. Sie ist für technologische Verfahren in den Bereichen Haar-, Körper- und Mundpflege in Südamerika verantwortlich. In erster Linie ist sie für die Entwicklung und Bewertung von Körper- und Haarpflegeprodukten zuständig. Cognis Brasil Ltda., Rodovia Presidente Dutra, Km 161, Jacareí, São Paulo, Brazil, 12335-010 AWT - HBO Care Chemicals Tel: + 55 (12) 2128-6387 Fax: + 55 (12) 2128-6268 E-mail: ana.nogueira@cognis.com nach oben |
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