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Gastbeitrag  

Skinasensyl® -  Ein neuer peptidischer Wirkstoff zur Beruhigung empfindlicher Haut

 

Gilles Pauly, Philippe Moussou, Jean-Luc Contet-Audonneau, Louis Danoux, Olga Freis, Mélanie Sabadotto, Isabelle Benoit, Andreas Rathjens


Nahezu vierzig Prozent der Menschen, unabhängig von Hauttyp und Bevölkerungsgruppe, klagen über empfindliche Haut. Empfindliche Haut ist aus physiologischer Sicht zwar gesund, aber überreaktiv, d.h. sie reagiert auf bestimmte Parameter schneller und intensiver. Externe Faktoren wie z.B. UV-Strahlung, Temperaturveränderungen, Umweltverschmutzung, die Anwendung kosmetischer Produkte bzw. Reinigungsprodukte oder die Einnahme von Arzneimitteln können auf der Haut zu Missempfindungen, Kribbeln, Brennen und Unverträglichkeiten führen. Ein solcher Hautzustand wird als neurosensitiv bezeichnet und ist durch eine erniedrigte Toleranzschwelle gekennzeichnet.

Die Ursachen hierfür sind aktuell noch unbekannt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass das Phänomen der empfindlichen Haut mit einer höheren Permeabilität des Stratum Corneums und mit einer übersteigerten Nervenreaktion verbunden ist. Der persönliche Lebensstil spielt ebenso eine Rolle: Tabak, Alkohol, Stress und Übermüdung können empfindliche Haut beeinflussen. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Faktoren wird in Abbildung 1 graphisch dargestellt.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Mechanismen und Konsequenzen der Sinneszellaktivierung durch Stress in der Haut

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Skinasensyl®, ein neues, synthetisches Tetrapeptid (Ac-YPFF-NH2), ist ein Wirkstoff, der ein natürliches opioides Peptid nachahmt und wurde entwickelt, um die Stimulation der Nervenendigungen in der Haut zu reduzieren (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Skinasensyl®: synthetisches, acetyliertes Tetrapeptid Ac-YPFF-NH2


Dieses Tetrapeptid hat in vitro gezeigt, dass es die Freisetzung des Nervenbotenstoffes CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) durch Sinneszellen über eine agonistische Wirkung auf die µ opioiden Rezeptoren verringert. In vivo führt es zu einer Erhöhung der Reizschwelle der Haut, indem es durch Hitze und Capsaicin induzierte Reizwahrnehmungen dämpft.

Die Freisetzung von Neuropeptiden ist proportional zur elektrischen Aktivität der Sinneszellen und wurde als Parameter zur Ermittlung der beruhigenden Wirkung von Skinasensyl® benutzt. Der inhibierende Effekt von Skinasensyl® auf CRGP wurde mittels der ELISA-Methode in einer Sinneszellkultur (siehe Abbildung 3) untersucht.

Abbildung 3: Sinneszellkultur (Spinalganglio) (Mit anti-ß-Tubulin Antikörper markierte Sinneszellen, Kern mit Hoechst-Lösung eingefärbt)


Eine kutane Applikation von Capsaicin, einer aus Chilischoten gewonnenen Substanz, stimuliert die Nervenendigungen über den Vanilloid-Rezeptor 1 (TRPV1) und verursacht Missempfindungen wie Juckreiz, Brennen oder ein stechendes Gefühl.

Die durchschnittliche Capsaicintoleranz wurde im Nasolabialbereich von 20 Probanden mit drei Prozent Skinasensyl® ermittelt. Vor der Behandlung wurde die individuelle Toleranzschwelle mit ansteigenden Capsaicinkonzentrationen erfasst. Dann wurde Skinasensyl® in hydroalkoholischer Lösung vier Tage lang zweimal täglich im Gesicht appliziert und anschließend die Capsaicintoleranz erneut bestimmt. Abbildung 4 stellt die signifikante Erhöhung der Toleranzschwelle nach der Anwendung von Skinasensyl® dar.

Abbildung 4: Durchschnittliche Capsaicintoleranz vor und nach Behandlung mit Skinasensyl®

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Weiterhin wurde die Temperaturempfindlichkeit im Rückenbereich anhand einer Untersuchung mit 16 Probanden ermittelt. Zunächst wurde die individuelle Temperaturtoleranzschwelle erfasst und anschliessend eine Behandlung mit einer Emulsion mit 2 Prozent Skinasensyl® durchgeführt. Eine signifikante Erhöhung der Toleranzschwelle wurde bereits 60 Minuten nach der Anwendung nachgewiesen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Klinische Untersuchung der beruhigenden Wirkung von Skinasensyl® A: Anstieg der Reizschwelle mit der Zeit nach Behandlung mit Skinasensyl® -Emulsion (2 Prozent).

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Das Tetrapeptid Skinasensyl® hat das Ziel, einer überhöhten Nervenreaktion entgegenzuwirken. Es reduziert die Hypersensitivität der Haut bei externem Stress, indem es die Toleranzschwelle bei Umweltfaktoren oder bestimmten topisch applizierten Produkten, die Missempfindungen hervorrufen können, normalisiert. Bei empfindlicher Haut kommt es zu einer signifikanten Beruhigung. Das Tetrapeptid kann bedenkenlos in den neusten Entwicklungen unter den Hautpflegeprodukten eingesetzt werden.

Autor

Dr. Gilles Pauly




Dr. Gilles Pauly, Arzt, Dermatologe und Immunallergologe, ist Mitbegründer der Laboratoires Sérobiologiques (1982). Er ist Co-Autor von über 88 Patenten, 98 Publikationen und wissenschaftlichen Vorträgen auf dem Gebiet der Kosmetik. Nach der Akquisition von Laboratoires Sérobiologiques durch Cognis in 1999 war Gilles Pauly zunächst F&E Manager und ist seit 2005 wissenschaftlicher Direktor der Laboratoires Sérobiologiques.

Die Abteilung Forschung und Entwicklung der Laboratoires Sérobiologiques verfügt über ein umfangreiches Know-how in den Bereichen in-vitro Technologien von Zellkulturen und Molekularbiologie, ex-vivo/ in vivo Wirksamkeitstests, Histochemie, Immunhistochemie mittels 2D und 3D Bildanalyse, sowie in der Phytochemie.

Hinweise

Eine ausführliche Fassung dieses Artikels, der zahlreiche Abbildungen enthält, ist in der englischen Ausgabe von Skin Care Forum Nummer 46 nachzulesen.

Skinasensyl®, Synthetic acetylated tetrapeptide Ac-YPFF-NH2 (INCI Name: Acetyl Tetrapeptide-15) ist eine registrierte Handelsmarke von Laboratoires Sérobiologiques - Division de Cognis France.

Dieser Artikel wurde unter dem Titel "New Peptidic Active Ingredient To Reduce Discomfort And Painful Sensations In Sensitive Skin“ von den Autoren Gilles Pauly, Philippe Moussou, Jean-Luc Contet-Audonneau, Louis Danoux, Olga Freis, Mélanie Sabadotto, Isabelle Benoit and Andreas Rathjens im IFSCC Magazine Vol. 12, No. 1/ 2009, S. 25-30 veröffentlicht und als Poster anlässlich der IFSCC 2008 in Barcelona (6. - 9. Oktober 2008) präsentiert.

Ein Artikel „Skinasensyl® - Die Innovation aus der Neurokosmetikforschung zur Beruhigung überempfindlicher Haut“ (L. Ivosevic-Zaper) wurde im SOFW Kosmetikjahrbuch 2009 veröffentlicht.

Ein Vortrag mit dem Titel „Reine Nervensache: Ein Weg zur Beruhigung überempfindlicher Haut“ (Torsten Clarius, Philippe Moussou, Philippe Moser, Florence Henry, Louis Danoux, Olga Freis, Andreas Rathjens) wurde von Torsten Clarius im May 2010 im Rahmen des Forum Cosmeticums in Interlaken gehalten.

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  Dezember 2010  

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