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Kategorie Titel Literatur
Bericht aus der
Wissenschaft
  Ultraviolette Strahlung: Warum ein Gesamtspektrum-Schutz
erforderlich ist
   

Neue und hochwirksame UV-Filter in Sonnenschutzmitteln können vor schädlichen Folgen inklusive Erythemen, vorzeitiger Alterung, Störungen der Lichtempfindlichkeit und einigen Krebsformen schützen. In verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass UVA-Strahlen (320-400nm) zu erythemalen Schäden führen können, die menschliche Haut verändern und die Immunsuppressionsreaktion verringern. Die relative Wirksamkeit von UVB- und UVA-Strahlung ist bei solchen Melanoma unklar, die nicht allein in Zusammenhang mit UV-Strahlen stehen.

Die Folgen der UV-Strahlung, die nicht sichtbar sind, können in zelluläre und molekulare Wirkungen unterteilt werden. Urocansäure (4-Imidazolacrylsäure) ist beispielsweise im Stratum corneum in der trans-Form vorhanden, unter UV-Einfluss vollzieht sich eine Isomerierung in die cis-Form. Es wird angenommen, dass cis-Urocansäure einer der Initiatoren des UV-induzierten Immunsuppressionsprozesses ist und nichtmelanomen Hautkarzinom (NMSC) bedingt. Das p53-Gen zur Unterdrückung von Tumoren ist der "Wächter des Genoms", dessen Expression ein empfindlicher Parameter zur Detektion von UV-induzierten Ereignissen ist, die als Vorläufer von NMSC angesehen werden. Mutationen des p53-Gens zur Unterdrückung von Tumoren sind bei 90 Prozent der schuppenförmigen Hautkarzinomen und 50 Prozent der Basalzellenkarzinomen festgestellt worden.

Die Entwicklung von Sonnenschutzmitteln, die einen Schutz im UVA-Bereich bieten, stellt einen wichtigen Schritt für den Lichtschutz dar. Zweifelhaft ist jedoch, ob ein Sonnenschutzmittel mit Breitspektrum- oder Vollspektrum-Absorption angewandt werden sollte, um einen höheren UVA-Schutz zu erzielen.

Um zu ermitteln, wie ein höherer UVA-Schutz geboten werden kann, formulierten Serge Forestier und Romano Mascotto zwei Sonnenschutzmittel mit identischem Lichtschutzfaktor, aber mit unterschiedlichen Absorptionsprofilen. Ein Sonnenschutzmittel wurde als "Breitspektrum" definiert und mit Octyl Methoxycinnamat und Zinkoxid formuliert, das andere wurde als "Vollspektrum" (höherer UVA-Schutz) definiert und mit Octocrylene und Parsol 1789 formuliert. Als Indikatoren für die Wirksamkeit wurden die Inhibition der UV-induzierten Isomerisierung von Urocansäure sowie die Akkumulation von p53-Proteinen gewählt. Das Sonnenschutzmittel mit "Vollspektrum"-Schutz bot eine höhere kontinuierliche UV-Absorption als das Produkt mit "Breitspektrum"-Schutz.

Die beiden Formulierungen wurden an zwanzig freiwilligen Testpersonen appliziert, die UVB- und UVA-Strahlen oder lediglich UVA-Strahlung exponiert wurden. Das Produkt mit "Vollspektrum"-Schutz war signifikant wirksamer als das mit "Breitspektrum"-Schutz hinsichtlich der Prävention der durch entweder UVB- oder UVA-Strahlung bzw. nur durch UVA-Strahlung induzierten Isomerisierung von Urocansäure.

Wenn die Testprodukte am Gesäß von zehn Testpersonen, die täglich 5 MEDs aus einer UV-Quelle (Vollspektrum) acht mal über zwei Wochen erhielten, appliziert wurden, wurden p53 positive Nuklei in der Epidermis beobachtet. Die Testergebnisse zeigen, dass beide Produkte eine Akkumulation des p53-Gens einerseits verhindern und dass das Produkt mit "Vollspektrum"-Schutz andererseits nahezu doppelt so wirksam ist als dasjenige mit "Breitband"-Schutz.

Die Untersuchungen von Forestier und Mascotto zeigten, dass der Lichtschutzfaktor kein Indikator für einen Schutz anderer Endpunkte ist. Die gleiche Beobachtung wurde auch mit der Lichtimmunsuppression gemacht, wo UVA eine wichtige Rolle spielt. Als Konsequenz folgern die Autoren, dass eine Sonnenschutzmittelformulierung einen proportionalen Schutz vor UVA-Strahlung bieten muss. So kann ein Sonnenschutzmittel mit "Vollspektrum"-Schutz eine bessere Reduktion des Risikos, an nichtmelanomen Hautkarzinom zu erkranken, einwirken.

Literatur

Forestier, S.; Mascotto, R.; Sun and UVA; SÖFW-Journal, 8 (1999), 2-6

 

   
    
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