Ausgabe 23 — November 2000
   

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Ausgabe 23        
Kategorie   Titel   Autor
Tagungsbericht   Penetrationsverhalten verschiedener kosmetischer Rohstoffe im Schweinehautmodell   Susann Richert


Untersuchungen zum Penetrationsverhalten verschiedener kosmetischer Rohstoffe anhand des Schweinehautmodells


Abbildung:
Aufbau eines Penetrationsexperiments mit Schweinehaut in Durchflussdiffusionskammern

Die Messung und Voraussage der perkutanen Absorption wird seit über 30 Jahren routinemäßig in vielen Laboratorien durchgeführt. Eine international validierte und akzeptierte tierversuchsfreie Methode steht seit Sommer 1999 (SCCNFP/0119/99 und SCCNFP/088/98 FINAL) zur Verfügung, wobei das Schweinehautmodell neben der Prüfung an exzidierter Humanhaut präferiert wird. In vitro Methoden bieten dabei den Vorteil, einfacher, schneller, reproduzierbarer und ökonomischer zu sein als die entsprechenden in vivo Untersuchungen. In diesen Richtlinien wird der Überprüfung der perkutanen Absorption / Penetration eine entscheidende Rolle bei der Sicherheitsbewertung von kosmetischen Rohstoffen und Fertigprodukten eingeräumt. Das heißt, dass Tierversuche mit systemischer Applikation nur bei Stoffen erforderlich sind, die die Haut durchdringen. Weiterreichende Prüfungen wie z.B. Epikutanteste zur Überprüfung der Verträglichkeit bleiben hiervon unberührt.

Unterschiedlichste kosmetische Rohstoffe können auf ihr Penetrationsverhalten mit dem Schweinehautmodell analysiert werden. Die Messung der Prüfsubstanz vom Ausgangsmaterial über das Waschwasser und die Permeationsflüssigkeit bis zur Bestimmung des Restgehaltes in der Haut ergibt eine Gesamtbilanz, die eine Überwachung des experimentellen Verlaufs erlaubt. Die Erstellung einer Massenbilanz ist für die Durchführung des Penetrationsexperimentes unbedingt erforderlich. Dabei ist es wichtig, die Analysenmethode auf den gewählten Rohstoff anzupassen, um ausreichende Wiederfindungsraten zu erhalten. Diese müssen gemäß der COLIPA-Richtlinie 100% +/- 15% betragen. Die von uns getesteten Substanzen PEG 22 / Dodecyl Glycol Copolymer, Cycloparaffinöl und all-trans Retinol penetrierten aus den gewählten Grundlagen nicht oder nur in Spuren durch die Haut.


Abbildung: Versuchsverlauf — Überprüfung der perkutanen Permeation

Autor

Dr. rer. nat. Susann Richert



Studium der Lebensmittelchemie mit Schwerpunkt kosmetische Chemie. 1992-1995 freie wissenschaftliche Mitarbeitering am PGU-Forschungsinstitut der Beiersdorf AG Hamburg. 1996-1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin am NIH, NHLBI, Lab. of Biochemistry in den USA. Seit April 1997 Leiterin der toxikologischen Forschung im Institut Dr. Schrader - Creachem GmbH. Ihr Arbeitsgebiet umfasst die Entwicklung und Validierung von toxikologischen Analysen sowie die Planung und Durchführung von toxikologischen Studien zur Sicherheitsbewertung von Kosmetika und pharmazeutischen Externa.

Das erste Forum der Forschungsgemeinschaft für die kosmetische Industrie e.V. (FKI) fand im November 1999 in Holzminden bei den Instituten Dr. Schrader statt. Die Creachem GmbH ist eine Forschungsstelle der FKI. Frau Dr. Richert berichtete über ihr aktuelles Projekt aus den Vorhaben der Gemeinschaftsforschung.




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