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Kategorie   Titel   Autor
Kongressbericht   Optimierung von Sonnenschutzmitteln   Marianne Brandt


Erarbeitung neuer Qualitätscharakteristika und resultierende Optimierung von Sonnenschutzmitteln

Abbildung: 3D-Darstellung der Remissionsspektren zur Bestimmung der antiinflammatorischen Wirksamkeit


Das natürliche Sonnenspektrum besitzt neben UV-Anteilen auch erhebliche Intensitäten im sichtbaren (VIS) und nahinfraroten (NIR) Bereich. Welche Auswirkungen von dieser VIS/NIR-Strahlung auf die Haut im Bereich des Sonnenschutzes zu erwarten sind und wie sie zur Qualitätscharakterisierung von Sonnenschutzmitteln beitragen kann, soll im Folgenden aufgezeigt werden. Als Meßmethode wird die Remissionsspektroskopie verwendet. Sie ermöglicht in vivo Messungen der optischen Eigenschaften der Haut im gesamten Spektralbereich, ohne eine direkte Erythemreaktion der Haut berücksichtigen zu müssen.


Anhand von verschiedenen Meßstudien konnte gezeigt werden, dass die VIS/NIR-Strahlung als Zusatz zum COLIPA-Spektrum bei der SPF-Prüfung die MEDu (minimale erythemale Dosis der unbehandelten Haut) und den SPF (Sonnenschutzfaktor) von Sonnenschutzprodukten signifikant erniedrigen kann. Diese Ergebnisse werfen die Frage auf, inwieweit bestehende SPF-Bestimmungs-Normen erweitert werden sollten. Sie lassen außerdem erkennen, dass Sonnenschutz auch bis in den VIS/NIR-Bereich hinein als sinnvoll erscheint.

Inwiefern Gerbstoffe als neue Wirkstoffklasse in Sonnenschutzprodukten eingesetzt werden können, um den oben genannten Effekten entgegenzuwirken, demonstrieren antiinflammatorische Kurativ/Präventivstudien. Für den natürlichen Gerbstoff Tannin ist sowohl ein antiinflammatorischer Effekt als auch eine Präventivschutzwirkung vor einer Erythembildung unabhängig vom spektralen Untersuchungsbereich nachweisbar. Zur Optimierung von Sonnenschutzmitteln und Aftersun-Produkten zeigt sich Tannin als interessanter neuer Wirkstoff.

Neue in vivo Qualitätscharakteristika von Sonnenschutz- und Aftersun-Produkten demonstriert die für diese Studien verwendete Remissionsspektroskopie. Mit ihr ist eine detaillierte Analyse der spektralen Stabilität, der Absorptionseigenschaften, der Wasserresistenz und der entzündungshemmenden und erythembeeinflussenden Eigenschaften von Sonnenschutzprodukten in vivo möglich.

Autor

Diplom-Physikerin Marianne Brandt



Studium der Physik mit Schwerpunkt Biophysik und Fernstudium Medizinische Physik und Technik. Seit 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Dr. Schrader - Creachem GmbH. Ihr Arbeitsgebiet umfasst die Entwicklung und Validierung verschiedener biophysikalischer in vivo und in vitro Messverfahren.

Das erste Forum der Forschungsgemeinschaft für die kosmetische Industrie e.V. (FKI) fand im November 1999 in Holzminden bei den Instituten Dr. Schrader statt. Die Creachem GmbH ist eine Forschungsstelle der FKI. Frau Brandt berichtete über ihr aktuelles Projekt aus den Vorhaben der Gemeinschaftsforschung.


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  November 2000   

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